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Der Autor kann unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten, halten!
Editorial
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
auch in der letzten Woche mussten Sie wieder eine Menge an Informationen verarbeiten. Das Zoll-Hickhack von Donald Trump geht in die nächste Runde: Trotz einer neuerlichen Verschiebung auf den 1. August und laufender Verhandlungen droht er der EU mit 30 Prozent. Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle, die in die laufenden Verhandlungen eingebunden sind, und ein erneuter Hinweis darauf, wie ernst der US-Präsident seine Verhandlungspartner nimmt. Dennoch erreichen viele US-Indizes neue Rekordmarken, was vor allem auf die gute Performance von Technologiewerten zurückzuführen ist. Daran können selbst die wieder anziehende US-Inflation und der weiter schwelende Konflikt um den Notenbankchef nichts ändern. Ob das ewig so weitergehen kann und ob tatsächlich nur noch „the sky the limit“ ist, das versuche ich im Abschnitt Marktstimmung & Ausblick herauszufinden. Wie gewohnt werfe ich dabei auch einen Blick auf die Stimmungs- und Indikatorenlage sowie die charttechnische Verfassung des DAX.
Weiterhin sehr erfreulich war in den letzten Tagen auch die Entwicklung im AktivInvestor-Depot. Neben vielen positiven Nachrichten bei Depotwerten und Kurssteigerungen liegt aktuell kein einziger Depotwert im Minus. So könnte es gerne weitergehen. Besonders stark zugelegt haben Kontron-Aktien nach mehreren guten Nachrichten aus dem Unternehmen. Aber auch die beiden Neuaufnahmen Puma und q.beyond haben sich bislang sehr erfreulich entwickelt. Über Depotwerte und Depotperformance berichte ich wie immer ausführlich in den Depot-Updates.
Spannendes gibt es auch im Wachtlist-Update, denn hier stelle ich einen neuen Wert vor, den ich über einen Podcast erst so richtig auf den Schirm bekommen habe. Das Potenzial der Aktie zeigt sich schon daran, das sich der Aktienkurs nach der Ausstrahlung binnen einer Woche fast verdoppelt hat.
Auf Höhenflug bleiben neben Technologiewerten auch der Bitcoin und viele andere Kryptowährungen. Ein wichtiger Grund dafür könnte ein Gesetzespaket der US-Regierung sein, das den Kryptohandel weiter legalisieren und regulieren soll. Wird dieser verabschiedet, könnte das weitere Käuferschichten anlocken. Der Bitcoin überspringt in US-Dollar die Marke von 120.000 USD und in Euro die von 100.000 Euro. Darüber, sowie auch über Nvidia und weitere wichtige Wirtschaftsnachrichten berichte ich im News-Update.
Viel Spaß mit der Lektüre der aktuellen Ausgabe des AktivInvestor Premium.
Es grüßt Sie herzlich, Ihr
Torsten Pinkert (Chefredakteur und Herausgeber)
Marktstimmung & Ausblick
Erneutes Zoll-Hickhack, Zinsspekulationen und Höhenflug bei Tech-Aktien und Kryptos
Das Zoll-Hickhack in den USA geht in seine gefühlt tausendste Runde. Erneut gelingt es Donald Trump mit seiner chaotischen Wirtschaftspolitik, die Börsen durcheinander zu rütteln und die Anleger zu verunsichern. Bemerkenswert ist, dass sie sich jedes Mal aufs Neue von Trump so ins Boxhorn jagen lassen.
Diesmal hat der US-Präsident die am „Liberation-Day“ verhängten und direkt danach um drei Monate auf den 9. Juli ausgesetzten Zölle weiter auf den 1. August verschoben, nur um sie noch vor einer möglichen Einigung per Social-Media-Post für die EU auf 30 Prozent festzusetzen. Alle, die man noch als Handelspartner der USA bezeichnen darf, dürften sich erneut massiv vor den Kopf gestoßen fühlen. Doch niemand zeigt dies und alle versuchen sich weiter auf die niederste Art den USA anzubiedern, anstatt Trump endlich die Stirn zu bieten. Die einzigen, die an diesem ganzen Hickhack vermutlich ordentlich Geld verdienen, dürften Trump und seine Entourage sein.
Nun soll es also der 1. August sein, an dem Trump die so unfaire EU mit 30-prozentigen Strafzöllen belegen will. Mit der lächerlichen Begründung, damit die US-Staatsfinanzen sanieren zu wollen. Diese dürften sich durch seinen „One Big Beautiful Bill“ um weitere rund drei Billionen US-Dollar erhöhen und die USA langsam, aber sicher in Richtung Staatsbankrott schicken. Die Anleihemärkte senden seit Längerem Warnsignale, der US-Dollar verliert weiter an Wert. Inzwischen müssen die USA pro Jahr bereits rund eine Billion US-Dollar an Zinszahlungen leisten. Mehr, als sie für ihre Landesverteidigung ausgeben. In früheren Zeiten waren das klare Anzeichen dafür, dass eine Großmacht ihre beste Zeit hinter sich hat. Trump scheint derzeit alles dafür zu tun, dass sich diese Gesetzmäßigkeit in der Praxis auch bestätigt.
Schön seit Längerem warnen Experten, dass sich seine chaotische Wirtschafts- und Steuerpolitik nicht nur dramatisch auf die Staatsfinanzen, sondern auch auf die Preisentwicklung in den USA auswirken dürfte. Die Inflation hält sich hartnäckig und ist zuletzt sogar wieder angestiegen. Im Juni lag sie bei 2,7 Prozent, nachdem sie im Vormonat noch um 2,4 Prozent gestiegen war. Gerechnet wurde dagegen nur mit einem kleinen Anstieg auf 2,6 Prozent. Die Kernrate stieg im Juni sogar auf 2,9 Prozent, nachdem sie im Vormonat bei 2,8 Prozent gelegen hatte.
Damit sinken auch die Hoffnungen auf eine baldige und deutliche Zinssenkung durch die Fed. Denn Fed-Chef Powell hat eine Senkung ganz klar von einem deutlichen Rückgang der Inflation abhängig gemacht. Diese könnte im Herbst sogar noch weiter zulegen, da Experten davon ausgehen, dass sich das gesamte Ausmaß von Trumps Zollpolitik erst dann in den Preisen niederschlagen wird.
Das wiederum dürfte den Zoff zwischen Trump und Powell weiter verschärfen. Schon lange wird nicht mehr nur hinter vorgehaltener Hand wird darüber spekuliert, dass Trump Powell bald (und vorzeitig) aus seinem Amt entlassen und die Stelle mit einem ihm treu ergebenen Vasallen besetzen könnte. Damit wäre die US-Notenbank nicht mehr unabhängig, sondern ebenfalls Trumps Willkür ausgeliefert. Das er lieber Zinsen nahe Null hätte, daraus macht er kein Geheimnis. Ein solcher Vertrauensbruch bei der US-Geldpolitik wäre für die Weltwirtschaft eine Katastrophe und könnte für Turbulenzen an den Kapitalmärkten sorgen. Der US-Dollar würde noch stärker seinen Nimbus als Weltleitwährung verlieren und die USA hätten immer größere Probleme, willige Käufer für ihre Staatsschulden zu finden.
Doch auch hierfür hat Präsident Trump eine glorreiche Idee: Künftig könnten Unternehmen aus der Kryptobranche die USA finanzieren. Ein Beispiel dafür ist Circle, der Herausgeber des Stablecoins USDC. Um die herausgegebenen Stablecoins werthaltig zu decken, kauft Circle mit dem eingenommenen Kapital US-Staatsanleihen. Laut der Circle-Website beträgt das aktuelle Volumen rund 60 Milliarden USD. Es braucht also schon viel Fantasie um zu glauben, sich auf diesem Weg ein Staatsdefizit in Höhe von fast 40 Billionen USD finanzieren lässt. Daran dürfte einzig Trump glauben. Deshalb wird aktuell auch ein Gesetzespaket verabschiedet, das die Kryptobranche offiziell regulieren soll. Das würde der gesamten Kryptobranche – also Kryptowährungen ebenso wie Stablecoins – mehr Legitimität verleihen und möglicherweise weitere Käuferschichten anlocken.
Auf Höhenflug bleibt deshalb auch der Bitcoin. In dieser Woche übersprang er erstmalig die Marke von 120.000 USD. In Euro gelang der wichtigsten Kryptowährung der Sprung über die 100.000-Euro-Marke. Den vielen „Krypto-Experten“, die momentan wie Pilze aus dem Boden schießen, zufolge sind das aber alles nur kleine Zwischenschritte in Richtung 1 Million USD. Aber Vorsicht, denn auch hier ist der Markt zuletzt ziemlich heiß gelaufen: Seien Sie sich stets bewusst, dass der Bitcoin ein hochvolatiles Finanzprodukt ist und es jederzeit zu heftigen Kursausschlägen in beide Richtungen kommen kann.
Die zuletzt optimistischeren Prognosen für die deutsche Volkswirtschaft haben in dieser Woche weitere Unterstützung vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhalten. Der vom ZEW erhobene Index für die Konjunkturerwartungen der deutschen Wirtschaft (einer der wichtigsten deutschen Frühindikatoren) ist im Juni auf -59,5 Punkte gestiegen. Gerechnet wurde lediglich mit einem Anstieg auf -65,5 Punkte, nachdem der Vormonatswert noch bei -72,0 Punkten lag. Damit scheint die Hoffnung der rund 350 befragten institutionellen Investoren auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft weiter zu steigen.
Von der jüngsten Kehrtwende der US-Regierung bei KI-Chips haben in den letzten Tagen Technologiewerte profitiert. Nach einem Treffen von Trump mit Jensen Huang, dem Chef von Nvidia, dürfte der Chiphersteller wieder die Lizenz erhalten, seine H20-Chips nach China zu liefern und damit auch den für das Unternehmen so wichtigen riesigen chinesischen Markt zu bedienen. Die Nachricht katapultierte Nvidias Börsenwert auf 4,2 Billionen USD und den US-Technologieindex Nasdaq100 über die Marke von 23.000 Punkten. Scheinbar ist hier inzwischen nur „The Sky the Limit“. Auch hier mahne ich jedoch zur Vorsicht.
Ob die Rekordjagd an der US-Börse anhält, dürfte auch von der in dieser Woche begonnenen US-Berichtsaison abhängen.
Sentiment- und Indikatorenlage
Die jüngste Rekordjagd an der Börse schlägt sich auch auf im von CNN berechneten Fear & Greed-Index für den S&P 500 nieder. Die Angst, Chancen zu verpassen, wächst, während die Gier der Anleger weiter zunimmt: Der Fear & Greed-Index steigt auf 74 Punkte. Nur ein Punkt fehlt, damit der Indikator in den Bereich der extremen Gier wechselt. Dies ist häufig ein Hinweis auf überhitzte Märkte und möglicherweise bevorstehende Korrekturbewegungen.
Beim Euwax Sentiment, das von der Börse Stuttgart berechnet wird und das Absicherungsverhalten von DAX-Anlegerinnen und Anlegern misst, sieht das Bild ganz anders aus. Die Stimmung deutscher Anleger scheint nicht ganz so euphorisch zu sein, denn das Euwax-Sentiment fällt auf -8 Punkte. Die Marktteilnehmer sichern sich offenbar wieder stärker gegen Kursverluste ab.
Der Angstindex VIX (CBOE Volatility Index), der die Schwankungsbreite des S&P 500 misst, notiert mit 17,1 Punkten unverändert zur Vorwoche.
Das von der Association of Individual Investors (AAII) berechnete Anleger-Sentiment zeigt wieder die amerikanische Sicht auf den Markt, denn die Zahl der bullisch eingestellten Anleger steigt auf 39,3 Prozent während die Zahl der bärisch eingestellten Anleger geht auf 39,0 Prozent zurückgeht. Wenn auch knapp, so übersteigt hier seit langer Zeit mal wieder die Zahl der Bullen die der Bären.
DAX40: Unentschlossen vor Beginn der Berichtssaison
Der DAX hält sich über der Marke von 24.000 Punkten, sein Anfang vergangener Woche erreichtes Rekordhoch bei 24.639 Punkten weiter im Blick. Allerdings könnten die zuletzt wieder gesunkene Zinssenkungsfantasie in den USA, neue Zolldrohungen aus den USA, die wieder gestiegene Inflation und möglicherweise schwächere Quartalsbilanzen dem deutschen Leitindex eine Stimmungserholung, und damit einen neuen Anlauf Richtung alter Rekordmarke, erschweren.
Für einen solchen Anlauf liegen die nächsten charttechnische Hürden bei ca. 24.326 Punkten (Zwischenhoch aus dem Mai) und der alten Rekordmarke bei 24.479 Punkten.
Unterstützung findet der DAX aktuell an der runden Marke von 24.000 Punkten. Fällt er darunter zurück, befindet sich die nächste Haltemarke am Wochentief bei 23.968 Zählern und an der 50-Tage-Linie bei aktuell ca. 23.863 Zählern. Weitere wichtige Unterstützungen liegen darunter u.a. am Rekordhoch vom März bei 23.476 Punkten, dem Zwischentief aus dem Mai bei 23.275 Punkten, an der runden Marke von 23.000 Punkten, dem Zwischentief aus dem Februar bei ca. 22.955 Punkten sowie dem Februar-Zwischentief bei ca. 22.230 Punkten.
Update: News zu Depotwerten
In der vergangenen Woche gab es zahlreiche Nachrichten zu Einzelwerten aus dem AktivInvestor-Depot. Hier der Überblick:
Kontron nach Trennung vom Modulgeschäft und Großauftrag auf Höhenflug
Gleich zwei gute Nachrichten haben Kontron-Aktien in den letzten Tagen zu einem echten Höhenflug verholfen:
Bereits in der vorvergangen Woche gab der Technologiekonzern bekannt, dass das Modulgeschäft Jumptec an die zur Deutschen Beteiligung AG gehörende Congatec verkauft wird. Über eine Kapitalerhöhung wird Congatec 96 Prozent an Jumptec übernehmen. Aus dem Deal werden Kontron über 100 Millionen Euro zufließen, wodurch das EBITDA im 2. Quartal um 50 bis 70 Millionen Euro gesteigert wird. Deshalb soll bei der Vorlage der nächsten Quartalszahle auch das Gesamtjahres-EBITDA nach oben geschraubt werden. Hier rechnete Kontron für 2025 bislang mit 220 Millionen Euro.
An diesem Dienstag meldete Kontron außerdem einen Großauftrag der französischen Bahn SNCF Frankreich. Der Servicevertrag soll ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich haben.
Die Anleger quittieren die Meldungen mit Aktienkäufen. Die im SDAX und TecDAX notieren Aktien starten mit starken Kursgewinnen in die Woche und legen auf Wochensicht bislang rund vier Prozent auf aktuelle 27,06 Euro zu. Damit summieren sich die Kursgewinne im AktivInvestor-Depot bereits auf rund 40 Prozent. Ich traue Kontron weitere Kursgewinne zu und hoffe auf die nächste Bewegung Richtung 30-Euro-Marke.
SFC Energy stärkt Partnernetzwerk in den USA
Der Brennstoffzellenspezialist SFC Energy hat eine strategische Handelspartnerschaft mit dem in Texas ansässigen Systemintegrator Connexa geschlossen. Das gab SFC Energy am vergangenen Dienstag bekannt.
Connexa hat im Rahmen der Partnerschaft eine Bestellung für die von SFC Energy produzierten EFOY Pro Brennstoffzellen aufgegeben und will diese in seine leistungsstarken und netzunabhängigen Systeme integrieren.
Mit der Partnerschaft will SFC Energy die Marktpräsenz im Süden und Südwesten der USA stärken und die Expansion in Nordamerika forcieren.
Auf den Aktienkurs hat die Meldung allerdings keinen großen Einfluss genommen. Die Aktie notiert aktuell bei 21,95 Euro und damit liegt SFC Energy im AktivInvestor-Depot rund 20 Prozent im Plus. Ich bleibe optimistisch und hoffe auf einen neuen Anlauf Richtung bisherigem Jahreshoch bei 28,35 Euro.
Bayer erhält US-Zulassung für Finerenon
Recht erfreuliche News kamen Anfang der Woche aus dem Hause Bayer. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern teilte mit, dass man in den USA von der Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für die Vermarktung des Medikamentes Finerenon bei bestimmten Formen von Herzinsuffizienz erhalten habe.
Unter dem Markennahmen Kerendia wird das Medikament bereits zur Behandlung der chronischen Nierenerkrankung in Verbindung mit Diabetes Typ 2 eingesetzt. Mit der nun erweiterten Einsatzmöglichkeit könnten sich die Umsätze von zuletzt rund 463 Millionen Euro weiter erhöhen. Zumal auch die Zulassung in anderen Märkten wie der EU oder China beantragt wurde.
Erfreulich haben sich in den letzten Wochen auch die Bayer-Aktien entwickelt. Weit entfernt vom bisherigen Jahrestief unter 20 Euro notieren die Papiere aktuell bei 27,52 Euro und liegen damit im AktivInvestor-Depot mit rund sieben Prozent im Plus. Hier spekuliere ich mittelfristig weiter auf die Rückeroberung der 30-Euro-Marke.
secunet Security: Gewinnmitnahmen nach den Halbjahreszahlen
Nach ihrem jüngsten Höhenflug bis auf 246 Euro konsolidieren die Aktien des Cybersecurity-Spezialisten secunet Security und wechseln aktuell mit 213,50 Euro den Besitzer.
Anleger nahmen Anfang der Woche Gewinne mit, nachdem secunet vorläufige Halbjahreszahlen vorgelegt hat. Von Januar bis Ende Juni 2025 konnte der Umsatz um rund 19 Prozent auf 171,7 Millionen Euro gesteigert werden. Die vorläufige EBITDA-Marge wurde mit 9,7 Prozent errechnet, eine deutliche Steigerung gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert von 7,7 Prozent. Die EBIT-Marge verbesserte sich noch deutlicher von 1,0 auf 4,2 Prozent.
Für das Gesamtjahr wird die bisherige Prognose bestätigt: Der Konzernumsatz soll 2025 auf ca. 425 Millionen Euro steigen. Die EBITDA-Marge wird mit 14,5 bis 16,5 Prozent erwartet, die EBIT-Marge mit 9,5 bis 11,5 Prozent.
Das trotz der mehr als soliden Zahlen Anleger Gewinne mitnehmen, liegt vor allem an den starken Kurszuwächsen der letzten Monate. Seit Jahresbeginn konnten die Aktien bereits 83 Prozent zulegen, beim Jahreshoch lag das Plus sogar bei 112 Prozent.
Im AktivInvestor-Depot liegen die Aktien derzeit mit 105 Prozent im Plus. Bereits in Ausgabe 20/2025 hatte ich – ebenfalls aufgrund der starken Kursgewinne – meine persönliche Einstufung von Kaufen auf Halten gesenkt und bereits in Ausgabe 12/2025 meinen Stop-Loss auf 130 Euro erhöht. Ich spekuliere jetzt nochmal auf einen neuen Anlauf Richtung Jahreshoch, werde aber dennoch vorsichtiger und ziehe den Stop-Loss auf 150 Euro nach.
Grenke überrascht mit starkem Wachstum beim Neugeschäft
Überraschend stark fällt beim IT-Leasingspezialisten Grenke das Leasingneugeschäft im 2. Quartal 2025 aus. Gegenüber dem Vorjahresquartal legte es um 9,8 Prozent auf 867,4 Millionen Euro zu. Der Deckungsbeitrag 2 verbesserte sich in der Abrechnungsperiode um 13,5 Prozent auf 148,6 Millionen Euro. Damit stieg die DB2-Marge im 2. Quartal 2025 von 16,6 auf 17,1 Prozent.
Damit zeigten sich die Anleger sichtlich zufrieden, denn Grenke-Aktien legen weiter auf aktuelle 17,80 Euro zu. Seit dem Absturz auf das Jahrestief von 11,94 Euro Anfang April konnten die Aktien damit binnen kürzester Zeit wieder knapp 50 Prozent zulegen.
Durch die starken Kursgewinne haben sich die Aktien auch im AktivInvestor-Depot wieder zurück in den grünen Bereich gekämpft und liegen dort jetzt mit rund vier Prozent im Plus. Angesichts der guten Zuwächse beim Neugeschäft rechne ich operativ weiter mit einer Erholung und traue den Aktien mittelfristig auch die Rückkehr über die 20- Euro-Marke zu.
AktivInvestor-Depot
Bislang abgeschlossene Depot-Verkäufe
Wichtige Hinweise:
- Die angegebenen aktuellen Kurse sind die Schlusskurse vor Fertigstellung dieser Ausgabe
- In der Spalte „Seit Jahresbeginn“ wird die Kursveränderung bezogen auf den letzten Schlusskurs des Jahres 2023 angegeben
- Spalte „Handlung“ bedeutet für mich persönlich:
- K: Aktuelle Kurse könnten zum Kauf genutzt werden
- H: Halten: Beim aktuellen Kurs drängt sich mir weder ein Kauf noch ein Verkauf auf
- V: Das aktuelle Kursniveau könnte für einen Verkauf genutzt werden.
- Sind für einzelne Positionen Stop-Loss-Limits oder Take-Profits vorgesehen, erfahren Sie das bei der Vorstellung der Position oder in den regelmäßigen Updates zu den Depotwerten
- Positionsverkäufe werden in den jeweiligen Ausgaben angekündigt
Bitte an dieser Stelle unbedingt den Disclaimer beachten, da es sich natürlich nur um meine Meinung handelt. Es ist keine Anlageberatung, Empfehlung, Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten. Jede Leserin und jeder Leser entscheidet selbst, was er tut!
Der Autor kann unmittelbar Positionen in Finanzinstrumenten von Unternehmen, die in diesem Beitrag thematisiert werden und deren Kurse durch die Berichterstattung beeinflusst werden könnten, halten!
Watchlist-Update
Neuaufnahme Mister Spex: Gelingt dem neuen CEO der Turnaround?
Ziemlich ungewöhnlich dürfte für den ein oder anderen Leser möglicherweise der Grund für den jüngsten Neuzugang in meiner Watchlist sein. Denn dort nehme ich in dieser Woche die Aktien des Brillenverkäufers Mister Spex auf, nachdem ich mir vergangene Woche im OMR Podcast das Interview mit dem neuen CEO Tobias Krauss angehört habe. Veröffentlicht mit dem vielversprechenden Titel „Offline statt online: Der radikale Kurs des Mister-Spex-CEO“.
Ich muss schon sagen, dieses rund eine Stunde dauernde Interview hat mich zuallererst einmal überhaupt so richtig auf Mister Spex aufmerksam gemacht. Natürlich kannte ich das Unternehmen, mehr aber auch nicht. Umso mehr hat mich das Interview begeistert und den Blick auf einen möglichen Turnaround bei Mister Spex geöffnet. Denn den einstigen Börsen-Highflyer hat es operativ zuletzt heftig gebeutet und entsprechend auch die Aktie. Die hat zu Hochzeitigen während des Hypes um Online-Unternehmen in der Corona-Pandemie über 25 Euro gekostet. Zur Ausstrahlung des Podcasts notierten die Aktien noch bei rund 1,30 Euro, die gesamte Marktkapitalisierung von Mister Spex lag also gerade mal bei rund 50 Millionen Euro.
Operativ haben Preisdruck, Konkurrenz und schleppende Online-Verkäufe zu Umsatz- und Ergebnisrückgängen geführt. Für 2025 rechnet der CEO mit einem Umsatzrückgang von 10 bis 20 Prozent und einer EBIT-Marge von -5 bis -15 Prozent. Klingt alles andere als erbaulich.
Aber im Interview erklärt Tobias Krauss ziemlich ausführlich, wie die Transformation hin zu einer stationären Optikerkette gelingen soll. Zumal es schon 65 Stores in Deutschland gibt und Mister Spex hier ein relevanter Player ist. Mit rund 65 Millionen Euro an Barmitteln ist außerdem noch genügend Power vorhanden, um das Portfolio zu erweitern.
Wenn die Transformation gelingt, könnte Mister Spex wieder eine Erfolgsgeschichte werden. Was Optikerketten leisten und an der Börse wert sein können, beweist eindrucksvoll Fielmann. Dass der aktuelle Bestand an Barmitteln mit 65 Millionen Euro – zumindest zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Podcasts – immer noch über der Marktkapitalisierung lag, bewerte ich ebenfalls positiv. Wenn es hier gelingt, operativ wieder in die Spur zu kommen und regelmäßig einen positiven Cashflow zu erwirtschaften, könnte das auch der Marktkapitalisierung zuträglich sein.
Deshalb werfe ich ab jetzt einen intensiveren Blick auf Mister Spex, deshalb auch die Aufnahme in die Watchlist. Allerdings scheint der Podcast nicht nur mir imponiert zu haben, denn die Woche nach der Veröffentlichung hatte es in sich. Von ca. 1,30 Euro auf aktuelle 2,11 Euro haben die Aktien binnen fünf Handelstagen zugelegt. Deshalb habe ich auch den ersten großen Kurssprung bereits verpasst. Gelingt aber der Turnaround, sollte dennoch weiteres Aufwärtspotential vorhanden sein. Neben der operativen Geschäftsentwicklung werde ich deshalb auch den Aktienkurs genau in Blick behalten.
Dass ich trotzdem jetzt nicht direkt den Wert ins AktivInvestor-Depot aufnehme, liegt daran, dass die Aktien in den letzten Tagen ziemlich heiß gelaufen sind. Ich würde gern warten, bis sich die Aufregung etwas gelegt hat und Podcast-Hörer nicht mehr zu jedem Preis kaufen. Vielmehr hoffe ich, dass besonders viele kurzfristige Trader auf den Zug aufgesprungen sind und in den nächsten Tagen Gewinne mitnehmen. Bei dadurch entstehenden Rücksetzern würde ich vermutlich zugreifen. Wie immer werden Sie natürlich rechtzeitig vorab informiert.
Übersicht bislang besprochene Watchlistwerte
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News-Update – Wichtige Nachrichten im Überblick
ZEW-Konjunkturerwartungen übertreffen Prognose
Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung erhobene Index für die Konjunkturerwartungen der deutschen Wirtschaft – einer der wichtigsten deutschen Frühindikatoren – ist im Juni auf -59,5 Punkte gestiegen. Gerechnet wurde lediglich mit einem Anstieg auf -65,5 Punkte, nachdem der Vormonatswert noch bei -72,0 Punkten lag.
Damit scheint die Hoffnung der befragten rund 350 institutionellen Investoren auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft weiter zu steigen.
EU-Verbraucherpreisindex legt leicht zu
Leicht von 1,9 auf 2,0 Prozent angestiegen ist im Juni der Verbraucherpreisindex der Eurozone. Damit liegt er nun exakt auf der Zielmarke der EZB, nachdem er im Vormonat leicht darunter gerutscht war. Exakt damit wurde am Markt gerechnet.
Die Kernrate liegt unverändert zum Vormonat und im Rahmen der Erwartungen bei 2,3 Prozent.
US-Inflation zieht weiter an
Langsam, aber sicher wirkt sich die Zollpolitik des US-Präsidenten auf die Preise aus. Denn diese wollen einfach nicht zurückgehen, die Inflation hält sich hartnäckig über der 2-Prozent-Marke. Und hat im Juni sogar wieder auf 2,7 Prozent angezogen, nachdem sie im Vormonat noch mit einer Jahresrate von 2,4 Prozent gestiegen ist. Gerechnet wurde dagegen nur mit einem kleinen Anstieg auf 2,6 Prozent.
Die Kernrate stieg im Juni sogar auf 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Vormonat.
Damit sinken auch die Hoffnungen auf eine baldige und deutliche Zinssenkung durch die Fed. Denn Fed-Chef Powell hat eine Absenkung ganz klar von einem deutlichen Rückgang der Inflation abhängig gemacht. Die könnte im Herbst sogar noch weiter zulegen, denn Experten rechnen damit, dass sich erst dann das ganze Ausmaß der Zollpolitik von Trump in den Preisen niederschlagen wird. Damit dürfte sich auch der Zoff zwischen Trump und Powell weiter verschärfen.
US-Erzeugerpreise fallen stärker als erwartet
Anders als bei den Verbraucherpreisen hat sich bei den Erzeugerpreisen in den USA das Tempo verlangsamt. Im Juni stieg der Erzeugerpreisindex nur um 2,3 Prozent nach 2,7 Prozent im Vormonat. Gerechnet wurde mit einem Anstieg von 2,5 Prozent.
US-Industrieproduktion legt stärker als erwartet zu
Die Produktion von US-Unternehmen aus dem Industriesektor hat im Juni stärker als erwartet zugelegt. Gerechnet wurde lediglich mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent, gestiegen ist die Industrieproduktion aber um 0,3 Prozent, nachdem es im Vormonat keinen Zuwachs gegeben hat.
Nvidia darf wieder KI-Chips nach China liefern
Diese Woche Dienstag gab der Nvidia-CEO Jen-Sen Huang bekannt, dass die US-Regierung dem Konzern in Aussicht gestellt hat, bald wieder seine H20-Chips nach China liefern zu dürfen. Die notwendige Lizenz dafür soll es in Kürze geben und die Lieferung im Anschluss daran direkt beginnen.
Die Genehmigung in Aussicht gestellt hat Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit Huang. Mit der Aufhebung der Exportbeschränkungen könnte Nvidia bald auch wieder den so wichtigen chinesischen Markt beliefern.
Der Aktie hat das den nächsten Schub verliehen: Am Dienstag legten Nvidia-Aktien an der Nasdaq rund vier Prozent auf 170,70 US-Dollar zu, was den Börsenwert des wertvollsten Unternehmens der Welt auf 4,2 Billionen US-Dollar nach oben schraubt.
Bitcoin knackt Marke von 120.000 US-Dollar
Der Bitcoin setzt nach der kurzen Verschnaufpause im Mai und Juni seinen Höhenflug fort und überspringt erstmals die Marke von 120.000 US-Dollar. Die neue Rekordmarke liegt jetzt bei 120.080 USD.
In Euro gerechnet übersprang der Bitcoin die 100.000 Euro-Marke und hat bei 104.408 ein neues Rekordhoch markiert.
Glaubt man den immer optimistischeren Prognosen vieler Experten, ist das nur ein Zwischenschritt zu den nächsten runden Marken. Dennoch sollten sich Anlegerinnen und Anleger stets bewusst sein, dass der Bitcoin hochvolatil bleibt und es jederzeit zu heftigen Kursausschlägen in beide Richtungen kommen kann.
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