Startseite » AktivInvestor Premium 14/2025 – Trump-Zölle und Inflationssorgen schicken Börsen weltweit auf Talfahrt

AktivInvestor Premium 14/2025 – Trump-Zölle und Inflationssorgen schicken Börsen weltweit auf Talfahrt

by admin

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Anleger schalten immer mehr in den sogenannten Risk-Off-Modus. Das bedeutet, das verstärkt sichere Anlagen gesucht werden, während risikobehaftete Anlageformen wie etwa Aktien verkauft werden. Hauptgrund ist die immer verrücktere Handelspolitik der USA, wo Präsident Donald Trump scheinbar wahllos mit neuen Zollankündigungen um sich wirft. Was die Zölle für ihn bedeuten, zeigt etwa seine gewählte Bezeichnung des 2. April, dem Tag an dem neue Strafzölle auf Autos und Konsumgüter wirksam werden, als „Liberation Day“.

Damit will er „unfaire Handelspartner“ bestrafen, das Handelsdefizit der USA senken und hunderte Milliarden US-Dollar ins Land holen. Man muss kein allzu großer Experte sein um zu erkennen, dass vermutlich das Gegenteil der Fall sein wird. Seine reziproken Zölle werden den Freihandel beschränken, die Inflation wieder anheizen und erhöhen sogar die Gefahr, dass die USA (und vielleicht der Rest der Welt) in eine Rezession rutschen. Scheint ihm aber egal zu sein, solange er jemanden bestrafen oder einen aus seiner Sicht „guten Deal“ machen kann.

Einen kleinen Vorgeschmack darauf, was das für die Aktienmärkte bedeutet, konnten wir in den letzten Wochen erleben. Die Volatilität ist extrem hoch, ebenso wie die Angst der Anleger. Genaue Daten dazu erfahren Sie wie immer in der Analyse der Sentiment- und Indikatorenlage.

Intraday-Bewegungen von mehreren hundert Punkten bei DAX, Dow & Co scheinen ebenfalls die neue Realität zu sein. In Summe zuletzt mit deutlichen Kursverlusten, so dass der DAX kurz unter 22.000 Punkte gerutscht ist. Wie es hier weitergehen könnte, analysiere ich im Abschnitt Marktstimmung & Ausblick.

Wenngleich bislang noch geringe, so hinterlassen die Kursverluste der letzten Wochen doch ein paar Spuren im AktivInvestor-Depot. Dort sind Ende vergangener Woche die Aktien von Evotec unter den Stop Loss gefallen und wurden deshalb verkauft. Damit dünnt das Depot weiter aus, die Liquidität steigt. Gute Voraussetzungen für wieder bessere Zeiten, zumal der Großteil der Depotwerte weiterhin sehr solide im Plus liegt und meist gut abgesichert ist. Und auch die bislang erfolgten Verkäufe mit guten Gewinnen abgeschlossen werden konnten, die Sie in der Übersicht der bislang abgeschlossenen Depot-Verkäufe sehen können.

Außerdem bin ich zuversichtlich, dass Depotwerte wie SFC Energy, secunet Security oder Kontron mittelfristig weiter zulegen können. Denn alle drei Unternehmen haben in den vergangenen Tagen Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt und fast durchweg positive Prognosen abgegeben. Alle wichtige Details dazu können Sie wie immer in den Depot-Updates nachlesen.

Wichtige Wirtschaftsnachrichten der vergangenen Tage finden Sie wie gewohnt am Ende der Ausgabe.

Ich wünsche Ihnen wie immer viel Spaß bei der Lektüre Ihrer neuen Ausgabe des AktivInvestor Premium.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Torsten Pinkert

Marktstimmung & Ausblick: Trump-Zölle und Inflationssorgen schicken Börsen weltweit auf Talfahrt

Wohin steuert Donald Trump mit seiner erratischen Politik die US-Wirtschaft? Das ist die große Frage, die sich immer mehr Anleger stellen und dabei versuchen, einen Plan hinter den Handlungen des US-Präsidenten zu erkennen. Und genau das ist vermutlich der Fehler, denn diesen gibt es vermutlich nicht. Seine Handlungen sind geprägt von kurzfristigen Rachegelüsten, unmöglichen Deals und Impulsivität.

Damit schwindet die Euphorie nach seiner Wahl zusehends. Gleichzeitig wächst die Angst, dass seine Handlungen die USA in eine Rezession steuern könnten; und den Rest der Welt gleich mit. Die Anleger schalten deshalb in den Risikomodus und schichten um von Aktien in scheinbar sichere Anlageformen. Als ein solch sicherer Hafen wird beispielsweise Gold eingestuft, weshalb der Kurs Anfang der Woche wieder ein neues Rekordhoch erreicht hat. Aber auch Anleihen ziehen wieder an.

Wieder anziehen könnte auch die Inflation, denn mit seinen Einfuhrzöllen dürfte Trump seinen Landsleuten einen Bärendienst erweisen, da sich dadurch auch die Preise für importierte Güter erhöhen. Denn nicht jedes europäische oder chinesische Unternehmen wird bereit sein, schnell mal eine Fabrik in den USA hochzuziehen, um den Zöllen zu entkommen. Zumal ja nicht sicher ist, dass sich Trump das in zwei Jahren (oder Monaten?) wieder anders überlegt.

Steigen die Preise wieder an, dürfte das auch die Fed vor neue Probleme stellen. Deren Position unter Präsident Trump ist schon maximal schwierig. Während Trump deutlich Zinssenkungen fordert, müsste Jerome Powell diese eigentlich sogar erhöhen, um mögliche Inflationsrisiken durch Trumps Politik einzudämmen. Ein Konflikt, der sich in nächster Zeit durchaus zuspitzen könnte. Erst letzte Woche hatte Trump Richtung Powell gefordert, „das Richtige zu tun“, wenn die nächste Zinsentscheidung der Fed ansteht.

Ob Powell das kann, das dürften auch die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten zeigen. Denn neben der Inflation ist die Entwicklung am US-Arbeitsmarkt ein sehr wichtiger Indikator für die Fed. Zuletzt deutete alles darauf hin, dass dort die Lage weiter robust bleibt. Auf FedWatch.com wird die Wahrscheinlichkeit für einen kleinen Zinsschritt der Fed auf der nächsten Sitzung im Mai lediglich mit 14,5 Prozent gesehen. Im Juni liegt die Wahrscheinlichkeit dagegen bei rund 64 Prozent (Quelle: FedWatch.com).

Die Börsen werden jedenfalls kräftig durchgeschüttelt, die Aktienkurse fallen. Besonders heftig hat es zu Wochenbeginn die japanische Börse erwischt, wo der Nikkei fast vier Prozent abrutscht. Aber auch hierzulande startet der DAX mit Abschlägen in die neue Woche und lag am Montag sogar kurz unter der 22.000er-Marke. Da half es auch nicht, dass die Inflation in Deutschland im März weiter auf 2,2 Prozent zurückging. Zwar konnte sich der DAX wieder zurückkämpfen, es dürfte aber weiter unruhig und hochvolatil bleiben.

Sentiment- und Indikatorenlage

Die hohe Nervosität der Anleger spiegelt sich unverändert in dem von CNN berechneten Fear & Greed Index auf den S&P 500 wider. Nachdem sich der Index letzte Woche noch leicht auf 29 Punkte verbessert und damit auch den „Extreme Fear“-Bereich verlassen hat, rutscht er in dieser Woche mit 21 Punkten wieder zurück in den Bereich extremer Angst.

Bildquelle: CNN.com

In den letzten Tagen wieder deutlich gestiegen ist auch der Angstindex VIX (CBOE Volatility Index), der die Schwankungsbreite des S&P 500 misst. In der Vorwoche ging der VIX noch auf 17,4 Punkte zurück, jetzt steigt er wieder auf 22,28 Punkte. Auch das ein Zeichen, dass die Anleger in nächsrter Zeit eher mit weiter fallenden Kursen rechnen.

Gegenüber der Vorwoche nochmals verbessert hat sich dagegen das von der American Association of Individual Investors (AAII) ermittelte Anleger-Sentiment. Der in der Vorwoche ermittelte Anteile der Anleger, die bullisch sind, ist von 21,6 Prozent auf 27,4 Prozent gestiegen. Der Anteil der bärisch eingestellten Anleger fällt damit weiter von 58,1 Prozent auf 52,2 Prozent. Damit rechnet auch weiterhin eine deutliche Mehrheit mit Kursverlusten in den nächsten 6 Monaten, allerdings hellt sich das Bild weiter auf.

DAX-Korrektur weitet sich zu Wochenbeginn Richtung 22.000 Punkte aus

Chartquelle: TradingView

Mit einem kräftigen Abschlag ist der DAX in die neue Woche gestartet und mit dem Montagstief bei 21.978 Punkten sogar kurz unter die 22.000er-Marke gerutscht. Vom Allzeithoch aus dem März bei 23.476 Punkten summieren sich die Kursverluste damit bereits auf über sechs Prozent.

Damit hat sich auch die charttechnische Situation spürbar eingetrübt, denn der DAX ist am Montag auch kurz unter die wichtige 50-Tage-Linie gefallen. Zumal sich auch langsam ein Doppeltop herausbildet. Daher ist jetzt vor allem auf der Unterseite Vorsicht angebracht. Dort liegt jetzt an der runden Marke von 22.000 Punkten die erste wichtige Unterstützung. Darunter dann u.a. am Januarhoch bei ca. 21.800 Punkten, dem Februartief bei ca. 21.250 Punkten und dem Januartief bei ca. 21.080 Punkten. Darunter sollten Sie dann unbedingt auch auf das Hoch aus dem Dezember 2024 bei 20.523 Punkten achten.

Auf der Oberseite liegen wichtige Widerstände bei ca. 22.960 Punkten (Zwischenhoch aus dem Februar), ca. 23.210 Punkten und beim bisherigen Allzeithoch bei 23.476 Punkten.

Update: News zu Depotwerten

In der vergangenen Woche gab es zahlreiche Nachrichten zu Einzelwerten aus dem AktivInvestor-Depot. Hier der Überblick:

Evotec rutscht unter Stop Loss und fällt aus dem AktivInvestor Depot

Chartquelle: TradingView

Die Depot-Updates beginne ich mit der unerfreulichsten Meldung, denn letzten Freitag fielen die Aktien des Wirkstoffherstellers Evotec unter das Stop Loss bei 6,00 Euro. Und damit wurden die Papiere an diesem Tag zu dem Kurs verkauft und fallen damit aus dem AktivInvestor-Depot.

Damit konnte ich nur mit der einen Hälfte des Aktienbestandes von den Spekulationen um eine Übernahme durch den US-Wirkstoffhersteller Halozyme profitieren. Denn Halozyme bot 11 Euro pro Evotec-Aktie, weshalb ich damals mit einem Teilverkauf beim ersten Kursziel von 10 Euro ein Plus von 86 Prozent einfahren konnte. Als dann allerdings das Evotec-Management kein Interesse an der Offerte zeigte, zog Halozyme das Angebot zurück und seitdem befinden sich Evotec-Aktien im Rückwärtsgang. Das operative Geschäft alleine reicht den Anlegern offenbar nicht für neue Kursfantasie.

Nach dem Verkauf verbliebt für die zweite Hälfte der Position ein Plus von 11 Prozent. Das AktivInvestor-Depot dünnt damit weiter aus und die Liquidität für spätere Zukäufe steigt weiter an.

SFC Energy will nach Zahlen im laufenden Geschäftsjahr an Rekorde anknüpfen

Chartquelle: TradingView

Den geprüften Konzernabschluss für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024 hat Ende letzter Woche der Brennstoffzellen-Spezialist SFC Energy vorgelegt und vor allem dank starker Zuwächse im Bereich Verteidigung und öffentliche Sicherheit bei Umsatz und Ergebnis deutlich zugelegt.

Der Konzernumsatz wuchs um 22,5 Prozent auf 144,8 Millionen Euro und liegt damit am oberen Ende der Prognosespanne von 142 bis 145 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte sogar um knapp 60 Prozent auf 15,6 Millionen Euro zu (2023: 9,7 Millionen Euro) und lag leicht über dem Unternehmensziel von 13,8 bis 15,1 Millionen Euro. Die EBIT-Marge stieg von 8,2 auf 10,7 Prozent. Unterm Strich lag das Konzernergebnis mit 9,4 Millionen Euro zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 21,1 Millionen Euro, was aber vor allem auf die Aktivierung von latenten Steuern in Höhe von 11,7 Millionen Euro zurückzuführen ist.

Auch im laufenden Jahr will SFC Energy weiter wachsen und peilt 2025 ein Umsatzwachstum von 11 bis 25 Prozent auf 150,6 bis 180,9 Millionen Euro an. Das bereinigte EBIT soll auf 17,5 bis 20,6 Millionen Euro steigen.

Ich schließe mich dem optimistischen Ausblick des Managements an und bleibe für die Aktien von SFC Energy mittelfristig unverändert bullisch. In den letzten Tagen konnten die Papiere bereits deutlich zulegen, die Marke von 20 Euro überspringen und mit 28,35 Euro sogar ein neues Jahreshoch markieren. Im zuletzt insgesamt schwachen Gesamtmarktumfeld kamen die Papiere aber wieder deutlich auf aktuelle 21,35 Euro zurück.

Der Sprung in Richtung 30-Euro-Marke zeigt aber, wohin die Reise vielleicht noch gehen könnte. Derzeit liege ich im AktivInvestor-Depot rund 16 Prozent im Plus.

secunet Security präsentiert Jahresabschluss und peilt weiteres Wachstum an

Geschäftszahlen gab es letzten Freitag auch beim IT-Security-Spezialisten secunet Security, der seinen testierten Jahresabschluss für 2024 vorgelegt und die vorläufigen Zahlen bestätigt hat.

Bekannterweise wuchs der Umsatz 2024 um 3,2 Prozent auf 406,4 Millionen Euro, das ist bereits der elfte Umsatzrekord in Folge! Damit wurde die Umsatzprognose von 390 Millionen Euro recht deutlich übertroffen. Vor Zinsen und Steuern lag das Konzernergebnis (EBIT) mit 42,5 Millionen Euro über der Prognose von 42 Millionen Euro und erwartungsgemäß leicht unter dem Vorjahreswert von 43 Millionen Euro. Die EBIT-Marge liegt bei 10,5 Prozent. Das Konzernergebnis sank leicht auf 27,9 Millionen Euro (Vorjahr: 29 Millionen Euro) bzw. 4,32 Euro pro Aktie (Vorjahr: 4,51 Euro pro Aktie).

Das aktuelle Marktumfeld bezeichnet das Management von secunet Security „im öffentlichen Sektor durch die Regierungsbildung nach der Bundestagswahl im Februar herausfordernd“. Mit seinen innovativen Cybersecurity-Lösungen sieht sich das Unternehmen aber gut gewappnet, um „unsere bewährten Produkte weiter auszubauen und neue Sicherheitslösungen zu entwickeln“.

Solide ist auch der Auftragsbestand, der Anfang des Jahres mit ca. 203 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert (190 Millionen Euro) liegt. Entsprechend wird für 2025 mit einem weiteren Umsatzwachstum auf ca. 425 Millionen Euro gerechnet. Bei der EBIT-Marge wird eine Bandbreite von 9,5 bis 11,5 Prozent angepeilt.

Aktien von secunet Security erlebten in den letzten Wochen eine echte Kursrallye und legten in der vorvergangenen Woche in der Spitze bis auf 230 Euro zu, konnten sich also binnen von knapp vier Monaten mehr als verdoppeln. In den letzten Tagen nahmen Anleger dann Gewinne mit und die Aktien rutschten mit aktuell 178 Euro wieder unter die Marke von 200 Euro.

Nach meinem Einstieg bei 104,20 Euro Anfang Dezember 2024 liegen die Aktien von secunet Security (trotz der jüngsten Korrektur) im AktivInvestor-Depot aktuell immer noch mit 70 Prozent im Plus. Ich bleibe hier auch unverändert optimistisch und rechne damit, dass die Aktien die 200-Euro-Marke zurückerobern kann. Abgesichert sind die Aktien bei 130,00 Euro, dahin hatte ich in Ausgabe 12/2025 den Stop Loss nachgezogen.

Kontron präsentiert nach EBITDA-Sprung Rekordergebnis

Und nochmal frische Zahlen bei einem Depotwert: Hervorragend lief das letzte Jahr auch beim bislang jüngsten Depotzugang Kontron. Der österreichische Technologiekonzern konnte seine ehrgeizigen Unternehmensziele erreichen und steigerte 2024 den Umsatz um 37 Prozent auf den neuen Rekordwert von 1,69 Milliarden Euro. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte das Ergebnis (EBITDA) um rund 52 Prozent auf 191,8 Millionen Euro zu, ebenfalls ein neuer Rekord. Nach Minderheitsanteilen verbesserte sich das Konzernergebnis um 16,7 Prozent auf 90,7 Millionen Euro bzw. von 1,23 Euro auf 1,47 Euro pro Aktie.

Anleger sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 60 Cent erhalten und damit 20 Prozent als mit 50 Cent im Jahr davor.

Im laufenden Jahr peilt das Kontron-Management einen Anstieg des Konzernumsatzes auf 1,9 bis 2,0 Milliarden Euro und ein EBITDA von mindestens 220 Millionen Euro an.

Die Anleger hatten offenbar mit guten Ergebnissen gerechnet, denn bereits im Vorfeld legten Kontron-Aktien auf ein neues Jahres- und 52-Wochenhoch bei 26,16 Euro zu. Nach den erwartungsgemäß ausgefallenen Zahlen überwogen in einem insgesamt sehr schwachen Gesamtmarkt die Gewinnmitnahmen und die Papiere rutschten wieder auf aktuell 22,98 Euro ab.

Mit rund 20 Prozent liegen Kontron derzeit im AktivInvestor-Depot im Plus. Ich blende aber die kurzfristigen Kursschwankungen aus und bleibe mittelfristig sehr optimistisch, was die Kursaussichten betrifft. Das zuletzt erreichte Jahreshoch könnte dabei meiner Meinung nach ein Zwischenschritt Richtung 30-Euro-Marke sein.

Nvidia: Stop Loss rückt nach erneutem Rücksetzer unter 100 Euro näher

Die jüngste Erholungsrallye beim KI-Chiphersteller Nvidia währte nur kurz, denn der erneute Druck auf Technologiewerte führt dazu, dass Nvidia mit aktuell 98,08 Euro wieder unter die Marke von 100 Euro zurückgefallen ist. Zur Erinnerung: Bis auf 112 Euro konnten die Papiere in der vergangenen Woche zulegen, nachdem sie vor drei Wochen schon einmal die 100-Euro-Marke von unten gesehen hatten.

Mit dem erneuten Rutsch in den zweistelligen Kursbereich nähern sich die Papiere damit auch wieder gefährlich nah meinem Stop Loss bei 90 Euro an. Der bleibt selbstverständlich unverändert bestehen, da ein Stop Loss nicht weiter weg nur nachgezogen, aber nie weiter weg vom aktuellen Kurs geschoben wird. Aktuell liegt die in Depot verbliebene Nvidia-Position noch mit 145 Prozent im Plus, nachdem im November 2023 bereits eine Hälfte mit einem Plus von 194 Prozent verkauft werden konnte. Mal schauen, was sich hier die nächsten Tage noch tut.

AktivInvestor-Depot

Bislang abgeschlossene Depot-Verkäufe

Wichtige Hinweise:

  • Die angegebenen aktuellen Kurse sind die Schlusskurse vor Fertigstellung dieser Ausgabe
  • In der Spalte „Seit Jahresbeginn“ wird die Kursveränderung bezogen auf den letzten Schlusskurs des Jahres 2023 angegeben
  • Spalte „Handlung“ bedeutet für mich persönlich:
    • K: Aktuelle Kurse könnten zum Kauf genutzt werden
    • H: Halten: Beim aktuellen Kurs drängt sich mir weder ein Kauf noch ein Verkauf auf
    • V: Das aktuelle Kursniveau könnte für einen Verkauf genutzt werden.
  • Sind für einzelne Positionen Stop-Loss-Limits oder Take-Profits vorgesehen, erfahren Sie das bei der Vorstellung der Position oder in den regelmäßigen Updates zu den Depotwerten
  • Positionsverkäufe werden in den jeweiligen Ausgaben angekündigt

Bitte an dieser Stelle unbedingt den Disclaimer beachten, da es sich natürlich nur um meine Meinung handelt. Es ist keine Anlageberatung, Empfehlung, Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten. Jede Leserin und jeder Leser entscheidet selbst, was er tut!

Watchlist-Update

ASML mit nächstem Rücksetzer

Im November letzten Jahres (Ausgabe 47/2024) hatte ich Ihnen die Aktien des niederländischen Halbleiterherstellers ASML erstmalig vorgestellt und die Aktien damals beim Kurs von 624 Euro in meine Watchlist aufgenommen.

Spannend finde ich das Geschäftsmodell und die langfristigen Zukunftsaussichten von ASML. Denn bei Lithografiesystemen, also Maschinen, die zur Herstellung komplexer Chips benötigt werden, hat ASML quasi eine Monopolstellung. Im Hype um KI-Chips liefert ASML mit seinen Maschinen also die Schaufel, mit der die Goldgräber nach Gold schürfen. Entsprechend optimistisch schätzt das ASML-Management auch die langfristigen Wachstumsperspektiven ein. So wurde im Dezember letzten Jahres das Umsatzziel für 2025 mit 30 bis 35 Milliarden Euro bestätigt. Bis zum Jahr 2030 soll der Umsatz jährlich um 8 bis 14 Prozent auf 44 bis 60 Milliarden Euro wachsen.

Mein Plan war, bei ASML einzusteigen, sobald eine Bodenbildung erkennbar ist. In den Monaten nach der Watchlist-Aufnahme ging der Plan allerdings nicht auf, denn ASML nahmen im Zuge der Rallye an der Börse ebenfalls richtig Fahrt auf und stiegen deutlich über 700 Euro. Zwei Rücksetzer in Richtung 630 Euro im Januar und März lieferten mir hier nicht ausreichend Signale für eine Depotaufnahme.

Nun könnte man meinen, jetzt böte sich die Gelegenheit für den Einstieg. Denn ASML-Aktien können sich der starken Korrektur bei Technologiewerten nicht entziehen und fallen mit aktuell 609 Euro in Richtung 600-Euro-Marke. Allerdings zögere ich dennoch mit einem Einstieg, denn ich rechne im Technologiesektor mit weiteren Kursrückgängen, dem sich wohl auch ASML nicht wird entziehen können. Was den Ansatz der Bodenbildung weiterhin nicht bestätigt. Deshalb warte ich ab, bis sich der Rauch gelegt hat und die Börsenampel wieder auf Grün schaltet. Dieser Moment ist meiner Meinung nach aber noch nicht gekommen!

q.beyond: Aktien legen weiter zu

Fahrt aufgenommen haben zuletzt die Aktien des Digitalisierungsspezialisten q.beyond, die ich Ihnen erstmals in Ausgabe 08/2025 vorgestellt habe. Zu diesem Zeitpunkt notierten die Papiere bei 0,72 Euro. Die Geschäftsfelder, in denen q.beyond aktiv ist, sind attraktiv und die Ergebnisse waren bis dahin solide. Für die nächsten Jahre hat das Management des Unternehmens den Fokus klar auf die Steigerung der Profitabilität gelegt. Zudem zeichnete sich meiner Meinung nach im Chart eine Bodenbildung ab.

Mit einem Einstieg wollte ich aber warten, bis neue Zahlen zeigen, dass sich operativ die Geschäfte planmäßig entwickeln und die Aktie einen Boden gefunden hat.

Anfang März gab es die mit Spannung erwarteten vorläufigen Zahlen für 2024 sowie eine Prognose für 2025, und beides fiel tatsächlich solide aus, wobei Überraschungen in beide Richtungen ausblieben.

Der Umsatz stieg auf 192,6 Millionen Euro und lag am unteren Ende der Prognosespanne von 192 bis 198 Millionen Euro, das EBITDA sprang um 84 Prozent auf 10,5 Millionen Euro. Beim EBITDA wurden die Erwartungen von 8 bis 10 Millionen Euro damit leicht übertroffen. Das Konzernergebnis 2024 dank geringerer Vertriebs- und Verwaltungskosten von – 16,4 Millionen Euro auf -4,0 Millionen Euro verbessert werden, bleibt aber negativ.

Im laufenden Jahr will q.beyond die Ertragskraft weiter stärken. Das EBITDA soll auf 12 bis 15 Millionen Euro zulegen, das Konzernergebnis soll dann nachhaltig positiv ausfallen. Beim Umsatz dagegen wird mit einem Rückgang auf 184 bis 190 Millionen Euro gerechnet. Dabei wird darauf hingewiesen, dass man sich verstärkt auf profitable Produkte und Dienstleistungen konzentrieren will. Mittelfristig soll die EBITDA-Marge von derzeit 5 Prozent auf mindestens 10 Prozent mehr als verdoppelt werden. Eine Voraussetzung, damit q.beyond, wie vom CEO angekündigt, mittelfristig an seine Anteilseigner auch wieder Dividende zahlen kann.

Das die Ergebnisse und der Ausblick nicht schlecht waren, scheint bei den Anlegern erst langsam durchzusickern. Denn rund um die Zahlen rutschten Aktien von q.beyond sogar kurz unter die Marke von 0,70 Euro ab. Seitdem geht es aber stetig aufwärts, in der Spitze sogar bis auf 0,84 Euro. Damit rückt die Ein-Euro-Marke sogar wieder näher. Interessant auch, dass das Handelsvolumen zuletzt wieder deutlich gestiegen ist, also mehr Anleger auf die Aktien aufmerksam werden.

Damit zeichnet sich nun langsam tatsächlich die von erhoffte Bodenbildung ab. Deshalb schaue ich jetzt in den nächsten Tagen ganz genau hin. Sollte ich einen attraktiven Einstieg erkenne, werde ich Sie selbstverständlich vorab sofort informieren!

Übersicht bislang besprochene Watchlistwerte

News-Update – Wichtige Nachrichten im Überblick

Deutsche Inflation geht im März zurück

Der Preisdruck in Deutschland lässt weiter nach: Wie das Statistische Bundesamt zu Wochenbeginn mitteilt, sind die Verbraucherpreise im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,2 Prozent gestiegen, nachdem die Inflationsrate im Februar noch bei 2,3 Prozent lag. Preistreiber waren im März vor allem Nahrungsmittel und Dienstleistungen.

Damit nähert sich die Inflationsentwicklung in Deutschland weiter der Zielmarke der EZB von 2,0 Prozent an.

Inflation in der EU gibt ebenfalls weiter nach

Auch in der Eurozone lässt der Preisdruck weiter nach. Der Verbraucherpreisindex fiel im März ebenfalls auf 2,2 Prozent nach 2,3 Prozent im Vormonat. Die Kernrate gab von 2,6 Prozent auf 2,4 Prozent nach und damit etwas stärker als erwartet (Prognose: 2,5 Prozent).

Damit rückt auch in der Eurozone das Inflationsziel der EZB von 2,0 Prozent näher.

Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe

Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe ist in Deutschland im März auf 48,3 Punkte gestiegen nach 46,5 Punkten im Vormonat. Damit wurde die Prognose von 48,4 Punkten nur leicht verfehlt.

Gold erreicht nächstes Rekordhoch

Die Flucht der Anleger in scheinbar sichere Anlagen hat dem Goldpreis das nächste Rekordhoch beschert. Aus Sorge um die Zollpolitik der USA, Rezessionsrisiken und geopolitischen Konflikten stieg der Preis für die Feinunze Gold am Dienstag auf 3.148 US-Dollar. Damit summieren sich die Kursgewinne von Gold nur in diesem Jahr bereits auf rund 20 Prozent.

Ausgabe 14/2025 als PDF lesen oder downloaden

Impressum, Erläuterungen, Risikohinweise und Compliance-Regeln

Unsere Ausgaben von AktivInvestor Premium erscheinen in der Regel wöchentlich. Falls es zu einer außerordentlichen Situation kommt, werden wir Sie selbstverständlich über ein sofortiges Update informieren, egal an welchem Wochentag. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Wichtiger rechtlicher Hinweis:

Die Publikation wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch sind alle Analysen und Prognosen unverbindlich und beziehen sich auf die aktuellen Marktverhältnisse. Alle Angaben beziehen sich auf Quellen und Informationen, die wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wir aber keine Garantie übernehmen können!

Sämtlich in diesem Börsendienst veröffentlichten Inhalte und getroffenen Angaben dienen ausschließlich zu Informationszwecken und stellen keine Anlageberatung, Empfehlung, Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten dar. Sie dürfen deshalb nicht als Angebot oder Empfehlung für Anlageentscheidungen verstanden werden!

Die Autoren und Herausgeber dieses Börsenbriefs übernehmen keine Verantwortung für Verluste oder Schäden, die direkt oder indirekt durch die Verwendung der Inhalte oder das Vertrauen auf die darin enthaltenen Informationen entstehen könnten. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte, falls erforderlich, professionelle Beratung einholen, bevor er Anlageentscheidungen trifft.

Die in diesem Börsenbrief enthaltenen Informationen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Die Autoren und Herausgeber dieses Börsenbriefs haben möglicherweise eigene Positionen in den erwähnten Wertpapieren oder Finanzinstrumenten.

Unsere Compliance-Regeln finden Sie unter diesem Link!

Impressum

Angaben gemäß § 5 TMG:

AktivInvestor.de
Torsten Pinkert
61130 Nidderau, Bahnhofstraße 15

Telefon: +49 (0) *
Kein telefonischer Support. Bitte senden Sie eine kurze E-Mail an korrektur (at) AktivInvestor.de

Geschäftsführung: Torsten Pinkert

© AktivInvestor.de. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Veröffentlichungen, Weitergabe und sonstige Reproduktionen, auch auszugsweise sind nicht gestattet.

Head-Trader & verantwortlicher Chefredakteur: Torsten Pinkert (V.i.S.d.P.).