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AktivInvestor Premium 19/2025: Kanzlerwahl, Zollpolitik, Fed und Bilanzen im Blick

by admin

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

schwarzer Rauch stieg am Montag über dem Berliner Reichstagsgebäude auf, als der Deutsche Bundestag der neuen Koalition aus CDU und SPD die erste richtige Klatsche verpasste und Friedrich Merz im ersten Anlauf nicht die nötigen Stimmen erhielt, um zum Bundeskanzler gewählt zu werden. Ein Vorgang, den es in der Geschichte der Bundesrepublik bislang noch nicht gegeben hat und der der Koalition einen denkbar schlechten Start in den viel beschworenen Aufbruch bescherte.

Im zweiten Anlauf, der nach einem Eilantrag noch am selben Tag stattfand, funktionierte es zwar mit 325 Stimmen, aber Merz startet damit bereits maximal beschädigt in sein Amt. Welche Auswirkungen diese historische Niederlage auf die Börse hat, darauf gehe ich ausführlicher im Abschnitt Marktstimmung & Ausblick ein.

Beinahe historisches hat auch der DAX vollbracht und sich mit unglaublichem Tempo von seinem Absturz Anfang April erholt. Genau einen Monat hat es gedauert, dass der deutsche Leitindex von 18.489 Punkten (7. April) bis auf 23.390 Punkte (06. Mai) 4.900 Punkte bzw. 26 Prozent zulegen und damit fast wieder sein Rekordhoch aus dem März bei 23.476 Punkten erreichen konnte. Damit sind alle Verluste nach dem Zoll-Schock wieder aufgeholt und der DAX hat eine klassische V-förmige Erholung hingelegt.

Ob das bisherige Rekordhoch in den nächsten Tagen noch erreicht werden kann oder dem DAX kurz davor wieder die Luft ausgeht, dass versuche ich durch Betrachtung der Sentiment- und Indikatorenlage sowie im Rahmen einer kleinen technischen Analyse herauszufinden.

Nachdem es in der letzten Woche urlaubsbedingt (auch das muss sein) kein Update zu den Depotwerten gab, kann ich in dieser Woche über den erfolgreichen Depotneuzugang der q.beyond AG berichten. Wie sich die Aktien nach dem Zukauf in den letzten zwei Wochen geschlagen haben, erfahren Sie wie gewohnt weiter unten in dieser Ausgabe.

Von der Rallye am Gesamtmarkt profitieren auch alle anderen Werte im AktivInvestor-Depot. Aber auch jede Menge Quartalszahlen sorgen für ordentlich Bewegung. Vor allem die Aktien von Bayer, SFC Energy und PVA Tepla konnten in den letzten Tagen kräftig zulegen und sind im Falle von PVA Tepla nur knapp am Verkaufslimit vorbeigeschrammt. Neben allen wichtigen Nachrichten zu einzelnen Depotwerten im Depot-Update gibt es selbstverständlich auch in dieser Ausgabe die bekannte Übersicht der bislang abgeschlossenen Depot-Verkäufe.

Wenig passiert ist bei den beiden noch auf der Wachtlist stehenden Werten. Aktuell schaue ich mich aber sehr genau um, um mit spannenden Werten die Liste wieder etwas länger zu bekommen.

Aus meiner Sicht wichtige Nachrichten von konjunktureller Seite und aus Unternehmen finden Sie wie gewohnt im News-Update am Ende der Ausgabe.

Ganz am Ende dieser Ausgabe stelle ich Ihnen in der Rubrik Finanzwissen vor, was die EBIT-Marge ist und wie sie Anlegern bei der Aktienanalyse helfen kann.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der vorliegenden Ausgabe.

Es grüßt Sie herzlich, Ihr

Torsten Pinkert (Chefredakteur)

Marktstimmung & Ausblick

Kanzlerwahl, Zollpolitik, Fed und Quartalsbilanzen im Blick

Es ist einiges los an der Börse. Nachdem US-Präsident Trump Anfang April mit seinen Zolldrohungen die Finanzmärkte noch auf Talfahrt geschickt hat, sorgt hier die scheinbare Entspannung für eine Kursrallye. Zumal er vorerst auch seine verbalen Attacken auf Fed-Chef Powell eingestellt hat.

Gespannt auf die Fed blickten zur Wochenmitte auch die Anleger, denn die hat ihre Entscheidung zur geldpolitischen Ausrichtung verkündet. Wie erwartet blieben die Leitzinsen in den USA unverändert bei 4,25 bis 4,5 Prozent. Grund dafür dürfte auch der Freitag letzter Woche veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht gewesen sein, denn der fiel deutlich besser als erwartet aus. Statt der erwarteten 138.000 Stellen wurde im April 177.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft neu geschaffen. Die US-Arbeitslosenquote verharrt unverändert bei 4,2 Prozent. Der US-Arbeitsmarkt präsentiert sich also weiterhin sehr robust und nach der Veröffentlichung legten die Aktienmärkte weiter zu. Damit bleibt die Fed ihrer Linie treu und lässt sich auch von Trumps Forderungen nach schnellen Zinssenkungen nicht beeindrucken.

Im Statement zum Zinsentscheid wird außerdem darauf verwiesen, dass die Inflationsrisiken und die Risiken am Arbeitsmarkt zuletzt gestiegen sind, was nicht für schnell sinkende Zinsen spricht. Entsprechend wird für die kommende Fed-Sitzung im Juni aktuell nur mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 29 Prozent mit einer Senkung der Leitzinsen gerechnet. Im Juli rechnen die Experten dann allerdings mit knapp 56 Prozent mit einem kleinen Zinsschritt von 25 Basispunkten auf 4,00 bis 4,25 Prozent (Quelle: FedWatch.com).

Im Fokus deutscher Anleger stand auch die gestrige Wahl des neuen Bundeskanzlers. Wie eingangs schon beschrieben, passierte hier historisches. Denn erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik scheiterte Friedrich Merz bei der Wahl zum neuen Bundeskanzler im ersten Wahlgang. Zwar klappte das im zweiten Versuch, aber Merz und seine Koalition aus CDU/CSU und SPD dürfte nun schon ziemlich angeschlagen starten. Auch an der Börse sorgte das kurz für Schockmomente und der DAX unterbrach die Rallye der letzten Wochen und gab deutlich nach. Scheinbar trauen sogar einige der eigenen Parteikollegen Friedrich Merz nicht zu, das Ruder in der deutschen Wirtschaft herumzureißen und das Land aus der jahrelangen Lethargie zu führen. Nach dem erfolgreichen zweiten Wahlgang hat er jetzt die Gelegenheit bekommen, das Gegenteil zu beweisen.

Nichtsdestotrotz bleibt die Kursrallye der letzten vier Wochen beeindruckend: Der DAX legt innerhalb kürzester Zeit rund 26 Prozent zu und erholt sich damit auch V-förmig von seinem Kurseinbruch Anfang April. Profitieren kann davon bislang der breite Markt, also auch die besonders hart abgestraften Technologiewerte. Aktuell läuft die Berichtssaison auf Hochtouren und vor allem die US-Tech-Riesen um Microsoft und Meta trugen mit positiven Quartalsbilanzen zur weiteren Kurserholung bei. Bleibt zu hoffen, dass die momentan gute Stimmung nicht wieder durch einen Schnellschuss von Donald Trump vermasselt wird. Außerdem hat auch der sich zuspitzende Konflikt zwischen Indien und Pakistan Potenzial, negativ auf die Kurse zu wirken.

Sentiment- und Indikatorenlage

Weiter deutlich verbessert hat sich im Zuge der kräftigen Kursgewinne der vergangenen Wochen auch die Stimmung der Anleger.

Der von CNN berechnete Fear & Greed Index auf den S&P 500, der vor vier Wochen noch auf 4 Punkte eingebrochen war, erholt sich weiter deutlich und liegt mit aktuell 58 Punkten sogar schon wieder im Greed-Bereich. Die extreme Angst vor starken Kursverlusten hat sich somit innerhalb kürzester Zeit wieder in die Gier nach Kursgewinnen geändert.

Bildquelle: CNN.com

Auch die Stimmung deutscher Anleger verbessert sich weiter, abzulesen am Euwax Sentiment der Börse Stuttgart. Mit ca. 10 Punkte rechnet die Mehrheit der Anleger mit einem weiter steigenden Markt.

Der Angstindex VIX (CBOE Volatility Index), der die Schwankungsbreite des S&P 500 misst, folgt diesem Trend. Übersprang er Anfang April im Panikmodus noch die Marke von 50 Punkten, fällt er jetzt weiter auf aktuelle 24 Punkte zurück und nähert sich damit wieder etwas mehr der Normalität an.

Leicht gegen den Trend entwickelt sich dagegen das von der American Association of Individual Investors (AAII) berechnete Anleger-Sentiment. Die Zahl der bullisch eingestellten Anleger geht leicht auf 20,9 Prozent zurück (Vorwoche: 21,9 Prozent), die der bärisch eingestellten Anleger steigt auf 59,3 Prozent nach zuvor 55,6 Prozent. Es rechnet also weiter eine Mehrheit mit Kursverlusten in den nächsten 6 Monaten.

Nach V-förmiger Erholung: DAX testet Rekordhoch aus dem März

Chartquelle: TradingView

Die Erleichterungsrallye nach dem Einbruch Anfang April ging auch in den letzten beiden Wochen weiter und der DAX hat mit dem bisherigen Wochenhoch bei 23.389 Punkten fehlt nicht mehr viel bis zum Rekordhoch aus dem März bei 23.476 Punkten. Und auch wenn einige Indikatoren nach der Rallye der letzten Wochen (knapp 5.000 Punkten in einem Monat!) inzwischen auf überkauft stehen, ist der Aufwärtstrend charttechnisch weiter intakt.

Auf der Oberseite liegt der nächste Widerstand aktuell bei 23.400 Punkten, danach beim bisherigen Rekordhoch bei 23.476 Punkten. Wird dieser Bereich überwunden, ist Luft nach oben bis in den Bereich 23.600 Zähler.

Wichtige Unterstützung auf der Untersetze liegen derzeit bei ca. 22.955 Punkten (Zwischenhoch aus dem Februar), bei ca. 22.570. Punkten (Zwischenhoch vom April), danach am Februar-Zwischentief bei ca. 22.230 Punkten und am Januar-Zwischenhoch bei ca. 21.800 Punkten.

Deutlich weiter unten liegen wichtige Haltemarken im Falle größerer Rücksetzer u.a. bei 21.440 Punkten, an der runden Marke von 21.000 Punkten und am Dezemberhoch bei 20.253 Punkten

Update: News zu Depotwerten

In der vergangenen Woche gab es zahlreiche Nachrichten zu Einzelwerten aus dem AktivInvestor-Depot. Hier der Überblick:

q.beyond nach dem Kauf: Starker Depoteinstand

Chartquelle: TradingView

Wie angekündigt habe ich nach dem Versand der letzten Ausgabe zum Xetra-Schlusskurs die Aktien von q.beyond für das AktivInvestor-Depot gekauft. Ins Depot gewandert sind die Aktien damit zum Kurs von 0,7560 Euro.

Über meine Gründe für den Kauf habe ich zuletzt ausführlich in Ausgabe 17/2025 berichtet. Neben meiner Erwartung einer positiven Geschäftsentwicklung aufgrund der Positionierung des Unternehmens in Wachstumsfeldern wie Cloud Computing, IT-Security und künstlicher Intelligenz ist meiner Meinung nach auch eine Bodenbildung im Kurschart erkennbar.

Ich bin nun gespannt, wie sich die Aktien des Digitalisierungsexperten weiter entwickeln und ob meine Annahmen richtig waren. Der Start ist zumindest schon einmal gelungen, denn aktuell notieren die Papiere mit 0,9080 Euro deutlich über Einstand. Als Nächstes hoffe ich nun auf den Sprung zurück über die Marke von 1,00 Euro und bleibe auch mittelfristig optimistisch.

SFC Energy stellt nächste Generation seiner portablen Brennstoffzellensysteme vor

Chartquelle: TradingView

Weiter kräftig zulegen konnten in den letzten Tagen auch die Aktien des Brennstoffzellen-Spezialisten SFC Energy. Für das AktivInvestor-Depot gekauft habe ich die Papiere mehr als zwei Jahren für 18,30 Euro, aktuell kosten die Aktien 25,20 Euro. Damit steigt das Plus auf rund 37 Prozent.

Mein Optimismus, dass die Aktien mittelfristig weiter zulegen können, bekommt heute neue Argumente. Ad hoc gibt SFC Energy bekannt, dass auf der Special Operations Force Woche (SOF Week) in Tampa, USA im Rahmen einer Konzeptstudie die neueste Generation portabler und taktischer Brennstoffzellen vorgestellt wird. Diese sind eine Weiterentwicklung der bereits felderprobten portablen und taktischen Lösungen der JENNY-Serie, sollen aber eine höhere elektrische Nennleistung und eine bessere Konnektivität haben und nutzerfreundlicher sein. Mit bis zu 2.400 Wattstunden ist die Leistungsfähigkeit doppelt so hoch wie bei den bisherigen Geräten.

Vor allem für militärische Zwecke dürften die neuen Brennstoffzellen interessant sein, da sie neben der gesteigerten Leistungsfähigkeit auch geräuschlos arbeiten und damit im Feldeinsatz perfekt genutzt werden können, ohne die Tarnung preiszugeben. Damit wird das Wachstumsfeld Defense und öffentliche Sicherheit weiter gestärkt; ein Geschäftsfeld, das in den aktuell geopolitisch unsicheren Zeiten bei Anlegern besonders gefragt ist. Wie zuletzt bereits Bestellungen aus dem NATO-Beschaffungsumfeld gezeigt haben.

PVA Tepla nach Unternehmensnews knapp am Kursziel vorbeigeschrammt

Mit dem starken Kursanstieg der letzten Tage nur knapp am zweiten Kursziel vorbeigeschrammt sind die Aktien von PVA Tepla. Bis auf 17,52 Euro rückten die Papiere vor (28. April) und damit recht nah an mein im Januar von 18,00 auf 19,00 Euro erhöhtes Verkaufslimit heran. Zur Erinnerung: Die erste Hälfte der Position wurde im Dezember 2024 verkauft, nachdem der erste Take Profit bei 15,00 Euro erreicht wurde.

Auch wenn der Kurs in den letzten Tagen mit aktuell 16,26 Euro wieder etwas zurückgekommen ist, bin ich zuversichtlich, dass mittelfristig auch Kursziel Nr. 2 erreicht werden kann.

Zwei interessante Meldungen hat PVA Tepla zuletzt veröffentlicht. Zum einen wird mitgeteilt, dass das eigene Portfolio um hochpräzise Metrologie-Systeme erweitert wird und deshalb rückwirkend zum 1. Januar 2025 die DIVE imaging systems GmbH erworben wurde. Dadurch soll die technologische Spitzenposition im Metrologie-Bereich gestärkt und der Weg für weiteres Wachstum geebnet werden.

Zum anderen wurde Prof. Dr. Ingrid De Wolf zur neuen Aufsichtsrätin des Unternehmens bestellt, um so die technologische Expertise im Aufsichtsrat weiter zu stärken.

Zwei gute Signale, die der Aktie hoffentlich weiteren Schwung verleihen. Ich bleibe weiter investiert und belasse mein Kursziel bei 19,00 Euro. Sollte dieses erreicht werden, werde ich natürlich schnellstmöglich darüber berichten.

Kontron: Jahresprognose wird bestätigt

Pünktlich zum Wochenstart hat der österreichische Technologiekonzern Kontron Quartalszahlen gemeldet und gleichzeitig seine Jahresprognose bestätigt.

Nach einem gelungenen Jahresstart konnte der Umsatz von Januar bis März 2025 um 8,2 Prozent auf 385,4 Millionen Euro gesteigert werden. Kontron begründet den deutlichen Anstieg mit dem wachsenden Anteil von margenstarken Erlösen aus dem Bereich Software + Solutions.

Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sprang in diesem Zeitraum sogar um 35,6 Prozent auf 48 Millionen Euro. Damit verbesserte sich die EBITDA-Marge im ersten Quartal 2025 deutlich von 10,0 auf 12,4 Prozent. Das Konzernergebnis konnte auf 20,1 Millionen Euro (Vorjahr: 16,3 Millionen Euro) bzw. 0,33 Euro pro Aktie (Vorjahr: 0,25 Euro pro Aktie) gesteigert werden.

Angesichts des Anstiegs beim Auftragsbestand zum Ende des ersten Quartals (auf 2,19 Milliarden Euro) blickt das Unternehmen zuversichtlich auf das Gesamtjahr und rechnet 2025 mit einem deutlichen Ergebniswachstum auf mindestens 220 Millionen Euro.

Mich bestätigten die Zahlen, Aktien von Kontron ins AktivInvestor-Depot aufgenommen zu haben. Nach den Zahlen haben die Papiere weiter auf aktuelle 23,32 Euro zulegen, das Plus im Depot liegt damit im Moment bei 22 Prozent.

Grenke: Gewinn bricht beim Leasingspezialisten ein

Quartalszahlen hat in der vergangenen Woche auch der Leasingspezialist Grenke vorgelegt, die allerdings nicht ganz so erfreulich wie die von Kontron ausfielen. Vor allem höhere Kosten für faule Kredite (und die damit verbundene Risikovorsorge) wirkten sich negativ auf die Gewinnentwicklung aus.

Das auf Basis vorläufiger Zahlen errechnete Konzernergebnis nach Steuern liegt deshalb mit 10,2 Millionen Euro rund 48 Prozent unter dem im vergleichbaren Vorjahresquartal erzielten 19,8 Millionen Euro. Wie groß dabei die Schadensabwicklung und Risikovorsorge ausfallen zeigt das operative Ergebnis vor diesen beiden Posten, das um rund 20 Prozent auf 67 Millionen Euro gestiegen ist. Für das Gesamtjahr wird dennoch die zuletzt kommunizierte Prognose bestätigt.

Der Aktienkurs von Grenke hat kaum auf die Zahlen reagiert, da diese so erwartet wurden. Bei aktuell 13,80 Euro sind die Papiere mit einem Minus von knapp 19 Prozent derzeit der schwächsten Werte im AktivInvestor-Depot.

Das aktuell niedrige Kursniveau dürfte jetzt aber langsam alle schlechten Nachrichten enthalten, so dass ich mittelfristig wieder auf a) bessere Geschäfte bei Grenke und damit b) auch wieder auf höhere Kursnotierungen hoffe. Deshalb bleiben die Aktien im Depot, meine Einstufung ändere ich allerdings von Kaufen auf Halten.

Intel enttäuscht mit Quartalsprognose

Zwar hat der Chipkonzern Intel mit seinen in der vergangenen Woche vorgelegten Quartalszahlen die Markterwartungen leicht übertroffen, enttäuschte aber beim Ausblick auf das laufende Quartal. Da an der Börse Zukunft gehandelt wird, überwog die Enttäuschung der Anleger und Intel-Aktien präsentieren sich weiter schwach und können von der jüngsten Kurserholung bei Techwerten nicht profitieren.

Von Januar bis März 2025 stagnierte der Umsatz von Intel bei 12,7 Milliarden USD, am Markt wurde dagegen mit einem Rückgang auf ca. 12,3 Milliarden USD gerechnet. Der bereinigte Konzerngewinn übertraf mit 0,13 USD pro Aktie die Analystenschätzungen von im Schnitt nur 0,01 USD ebenfalls sehr deutlich.

Allerdings rechnet Intel im laufenden Quartal nur mit Umsätzen von 11,2 bis maximal 12,4 Milliarden USD, während die Analysten im Schnitt mit 12,8 Milliarden USD gerechnet hatten.

Mit aktuell 17,70 Euro liegen die Papiere im Depot mit rund zehn Prozent im Minus. Meine Spekulation auf einen Turnaround oder mögliche Kurssprünge aufgrund neuer Übernahmegerüchte ging damit bislang nicht auf. Ich ändere meine Einstufung jetzt von Kaufen auf Halten: Ich bleibe also weiter investiert und hoffe auf eine mögliche Trendwende, Neuengagements drängen sich aber meiner Meinung nach aktuell nicht auf.

AktivInvestor-Depot

Bislang abgeschlossene Depot-Verkäufe

Bisherige Depotverkäufe

Wichtige Hinweise:

  • Die angegebenen aktuellen Kurse sind die Schlusskurse vor Fertigstellung dieser Ausgabe
  • In der Spalte „Seit Jahresbeginn“ wird die Kursveränderung bezogen auf den letzten Schlusskurs des Jahres 2023 angegeben
  • Spalte „Handlung“ bedeutet für mich persönlich:
    • K: Aktuelle Kurse könnten zum Kauf genutzt werden
    • H: Halten: Beim aktuellen Kurs drängt sich mir weder ein Kauf noch ein Verkauf auf
    • V: Das aktuelle Kursniveau könnte für einen Verkauf genutzt werden.
  • Sind für einzelne Positionen Stop-Loss-Limits oder Take-Profits vorgesehen, erfahren Sie das bei der Vorstellung der Position oder in den regelmäßigen Updates zu den Depotwerten
  • Positionsverkäufe werden in den jeweiligen Ausgaben angekündigt

Bitte an dieser Stelle unbedingt den Disclaimer beachten, da es sich natürlich nur um meine Meinung handelt. Es ist keine Anlageberatung, Empfehlung, Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten. Jede Leserin und jeder Leser entscheidet selbst, was er tut!

Übersicht bislang besprochene Watchlistwerte

Bitte an dieser Stelle unbedingt den Disclaimer beachten, da es sich natürlich nur um meine Meinung handelt. Es ist keine Anlageberatung, Empfehlung, Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten. Jede Leserin und jeder Leser entscheidet selbst, was er tut!

News-Update – Wichtige Nachrichten im Überblick

US-Arbeitsmarktbericht fällt viel besser als erwartet aus

Positiv überrascht haben die am vergangenen Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Insgesamt wurden im Monat April 177.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft geschaffen, gerechnet wurde nur mit rund 133.000 neuen Stellen. Von 228.000 auf 185.000 neue Stellen nach unten revidiert wurde allerdings der Wert für den März.

Unverändert bei 4,2 Prozent lag im April die Arbeitslosenquote in den USA.

ISM-Einkaufsmanagerindex fällt besser als erwartet aus

In den USA wurde am Montag der vom Institut for Supply Management berechnete ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für den Monat April veröffentlicht. Mit 51,6 Punkten lag dieser zum einen über dem Vormonatswert von 50,8 Punkten und übertraf damit auch die durchschnittlichen Markterwartungen von 50,2 Punkten.

Die Lage im US-Dienstleistungsgewerbe wir also von den befragten Einkaufsmanagern und Firmenlenkern besser als erwartet wahrgenommen. Zudem signalisiert ein Wert über 50, dass die Befragten mit einer positiven Geschäftsentwicklung rechnen.

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

Mitte dieser Woche hat die US-Notenbank Fed über die Höhe der Leitzinsen in den USA beraten und diese erwartungsgemäß bei 4,25 bis 4,50 Prozent belassen.

In der offiziellen Stellungnahme verweist die Fed aber auf die weiterhin bestehenden Risiken durch den von Trump ausgelösten Zollkonflikt, vor allem für die Inflationsentwicklung. Deshalb will die US-Notenbank abwarten und sieht sich dazu „in einer guten Position“.

Warren E. Buffett: Das Orakel von Omaha tritt ab

Eine Ära geht Ende dieses Jahres zu Ende, denn Warren E. Buffett, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Investmentholding Berkshire Hathaway, will zum Jahresende als CEO zurücktreten.

Buffett, aufgrund seines Erfolgs als Investor auch als Orakel von Omaha bezeichnet, übernahm 1965 das Textilunternehmen Berkshire Hathaway und baute daraus eine Finanzholding mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 380 Milliarden USD.

Sein Amt als CEO soll Anfang nächsten Jahres Greg Abel übernehmen, der bislang das Nicht-Versicherungsgeschäft von Berkshire verantwortet. Der inzwischen 94-jährige Buffett will aber unverändert alle Anteile an Berkshire Hathaway behalten und bleibt damit mit rund 14 Prozent der größte Einzelaktionär.

Finanzwissen

Was ist die EBIT-Marge und wie hilft die Kennzahl Anlegern bei der Aktienanalyse?

Die Liest man die von Unternehmen regelmäßig veröffentlichten Quartal-, Halbjahres- oder Jahresberichte, dann ist bei der Präsentation der Finanzkennzahlen häufig auch von der EBIT-Marge die Rede. Was damit genau gemeint ist und wie Anleger diese Zahl richtig interpretieren können, stellen wir in diesem Beitrag vor.

Definition: Was versteht man unter EBIT?

Das EBIT (Earnings Before Interest and Taxes) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den operativen Gewinn eines Unternehmens vor Abzug von Zinsen und Steuern dargestellt. Das EBIT zeigt also, wie profitabel ein Unternehmen mit seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit innerhalb einer definierten Zeitspanne (Geschäftsjahr, Quartal) gearbeitet hat, ohne das Finanzierungskosten und Steuern berücksichtigt werden. Es geht also um die reine operative Leistung innerhalb der Betrachtungsperiode (und nicht den Jahresüberschuss).

Ableitung vom EBIT: Was ist die EBIT-Marge?

Die EBIT-Marge leitet sich von vom EBIT ab und ist ebenfalls eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl. Sie beschreibt das Verhältnis des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (EBIT) eines Unternehmens im Verhältnis zum erzielten Umsatz, also die Umsatzrentabilität.

Sie gibt also an, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der operativen Kosten, aber vor Abzug von Zinsen und Steuern, als Gewinn im Unternehmen verbleiben. Die EBIT-Marge wird in Prozent angegeben.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Wenn ein Unternehmen einen operativen Gewinn (EBIT) von 2 Millionen Euro und einen Umsatz von 10 Millionen Euro erzielt, beträgt die EBIT-Marge 20 %. Das bedeutet, dass 20 % des Umsatzes als operativer Gewinn übrig bleiben.

Wie wird die EBIT-Marge berechnet?

Die Formel zur Berechnung der EBIT-Marge lautet also:

EBIT-Marge = EBIT / Umsatz * 100

Was sind Vor- und Nachteile bei der Betrachtung der EBIT-Marge?

Die Verwendung der EBIT-Marge als Finanzkennzahl zur Betrachtung der Rentabilität eines Unternehmens hat Vor- und Nachteile. Einige davon sind:

Vorteile

  • Klarheit über operative Effizienz: Die EBIT-Marge zeigt, wie effizient ein Unternehmen seine operativen Kosten im Verhältnis zu seinen Einnahmen kontrolliert.
  • Vergleichbarkeit: Sie ermöglicht den Vergleich der operativen Rentabilität von Unternehmen unabhängig von deren Kapitalstruktur und Steuerbelastung.
  • Fokus auf Kerngeschäft: Da Zinsen und Steuern ausgeklammert werden, konzentriert sich die EBIT-Marge auf das Kerngeschäft des Unternehmens.

Nachteile

  • Vernachlässigung von Finanzierungskosten: Die EBIT-Marge berücksichtigt keine Finanzierungskosten, was bei hoch verschuldeten Unternehmen zu einem verzerrten Bild führen kann.
  • Steuerliche Unterschiede: Da Steuern nicht einbezogen werden, können Unterschiede in der Steuerpolitik zwischen Ländern oder Regionen nicht berücksichtigt werden.
  • Einmalige Effekte: Einmalige oder außergewöhnliche Ereignisse können die EBIT-Marge beeinflussen und somit ein verzerrtes Bild der operativen Effizienz geben.

Warum die EBIT-Marge ein nützliches Hilfsmittel für Investoren ist

Für Investoren ist die EBIT-Marge ein nützliches Hilfsmittel bei der Suche nach Anlagemöglichkeiten, mit der sie die Rentabilität und operative Effizienz eines Unternehmens bewerten und verschiedene Unternehmen miteinander vergleichen können.

  • Bewertung der operativen Effizienz: Die EBIT-Marge zeigt, wie effizient ein Unternehmen seine operativen Kosten im Verhältnis zu seinen Einnahmen kontrolliert. Eine höhere EBIT-Marge deutet auf eine bessere Kostenkontrolle und höhere Rentabilität hin.
  • Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen: Da die EBIT-Marge unabhängig von der Kapitalstruktur und Steuerbelastung eines Unternehmens ist, ermöglicht sie den Vergleich der operativen Rentabilität verschiedener Unternehmen innerhalb derselben Branche.
  • Fokus auf das Kerngeschäft: Die EBIT-Marge konzentriert sich auf das operative Kerngeschäft eines Unternehmens, indem sie Zinsen und Steuern ausklammert. Dies gibt Anlegern einen klaren Einblick in die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
  • Früherkennung von Trends: Veränderungen in der EBIT-Marge können frühzeitig auf positive oder negative Trends in der operativen Effizienz eines Unternehmens hinweisen, was Anlegern hilft, fundierte Entscheidungen zu treffen.
  • Risikobewertung: Eine stabile oder steigende EBIT-Marge kann ein Indikator für ein geringeres operatives Risiko sein, während eine sinkende EBIT-Marge auf potenzielle Probleme hinweisen kann.

Langfristige Planung: Unternehmen mit einer hohen und stabilen EBIT-Marge haben oft eine bessere Grundlage für langfristige Investitionen und Wachstum, was für Anleger attraktiv sein kann.

Impressum, Erläuterungen, Risikohinweise und Compliance-Regeln

Unsere Ausgaben von AktivInvestor Premium erscheinen in der Regel wöchentlich. Falls es zu einer außerordentlichen Situation kommt, werden wir Sie selbstverständlich über ein sofortiges Update informieren, egal an welchem Wochentag. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Wichtiger rechtlicher Hinweis:

Die Publikation wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch sind alle Analysen und Prognosen unverbindlich und beziehen sich auf die aktuellen Marktverhältnisse. Alle Angaben beziehen sich auf Quellen und Informationen, die wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wir aber keine Garantie übernehmen können!

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